Sagen und Histörchen

Informationen zu Altböbern
Touristische Leistungsträger
Brunnen
  Im Volksmund hieß der Neptunbrunnen im "Französischen Garten" des Altdöberner Parks der "Lauermann". Beiderseits des Beckens befinden sich Puttengruppen:
sie symbolisieren einen Gegensatz – die Freude am Wasser und die Scheu vor dem Wasser.
Denkmäler
1976 wurde das Kriegerdenkmal (Krieg 1866 - 1970/71) südlich der Kirche auf dem Kirchhof eingeweiht.
Der Wilhelm-Richter-Gedenkstein hat seinen Standort auf dem Marktplatz.
Die Doppelgrabstätte der Familie Johannes-Wilhelm Koethe ist auf dem Gelände der evangelischen Kirche zu finden.
Ebenfalls auf dem Gelände der evangelischen Kirche befindet sich die Gedenktafel für Cantor Carl Erdmann Tzschabaran (verstorben 1820) nebst Ehefrau.
Die Gedenktafel für Carl Heinrich von Heineken ( gest. 23.01.1791) ist auf der Rückseite des Schlosses zu sehen.
An der ehemaligen Frauenklinik ist eine Gedenktafel für Dr. Med. Phil. Heinrich von Knorre angebracht.
Geschichtliches
Altdöbern entstand im Mittelalter als Siedlung des westslawischen Stammes der Lusizer. Die erste Erwähnung durch Otto von Köckritz finden wir im Jahre 1239. Daher wird dieses Jahr als Ersternennung Altdöberns anerkannt
1285 wird die Ortschaft Altdöbern zum ersten mal im Weimarer Gesamtarchiv am 13. Novemberd.J. urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit war Altdöbern bereits ein, unter deutscher Hoheit, umgestaltetes Feudalbauerndorf mit Herrensitz.
Der Ortsname stammt von lat. "Dobere", ist slawischer Herkunft und bedeutet Dorf im Grund, oder Dorf im Tal. Der Ortsname "ALT"- Döbern entstand erst in der Zeit der Gründung von Neudöbern. Herkunft und Sprache waren überwiegend sorbisch - bis Ende des 18. Jh. Als Kirchort für 14 Dörfer entwickelte sich Altdöbern bald zu einem kleinen lokalen Zentrum. Außergewöhnlich früh siedelten sich spezialisierte Gewerbe an : wie Salzsiederei, Gerberei, Weberei, Färberei, Töpferei und Papierherstellung.
Besonders Mitte des 18. Jh. zogen stetig Handwerker und auch Kaufleute zu. Hundert Jahre später war es bereits ein Ackerbürgerstädtchen ohne Stadtrecht.
1782 wird am Marktplatz eine kurfürstlich - sächsische Poststation eröffnet
Mehrere napoleonische Scharen kommen auf ihrem Rückzug durch Altdöbern. Es kommt zu Plünderungen.
1815 gerät Altdöbern nach - dem Wiener Kongress - zu Preußen. In der Folgezeit wird die sorbische Sprache aus Kirche und Schule verdrängt.
1862 gründet sich ein Schützenverein.1874 (am 14. Januar) ein Männergesangsverein mit 16 Mitgliedern. Aber erst 1890 findet der erste öffentliche Auftritt statt.
Historische Gebäude
Das alte Färberhaus, erbaut ca. 1775-1790, steht in der heutigen Geschwister- Scholl- Str.
Die alte Brauerei, auf deren Schornstein sich eine Storchenfamilie niedergelassen hat
Die alte Post, welche etwa 1865 erbaut wurde und jetzt ein Wohnhaus ist. Das neue Postamt wurde 1930 eröffnet.
Das Schützenhaus auf dem Weinberg, Eröffnung 1903
Das Schießhaus erbaut der 2. Hälfte des 19. Jh. und beinhaltete ehemals Tagelöhnerwohnungen.
Das Landkino wurde 1932 eröffnet und 1990 geschlossen.
Der Bauhof befindet sich innerhalb des Schlossgeländes.
Der Bahnhof Altdöbern wurde 1874 eingeweiht, liegt aber auf der Gemarkung Schöllnitz.
Bis 1884 verkehren täglich 6 Personenzüge, 1995 verkehrten täglich 38 Personenzüge.
Die Bibliothek in Altdöbern befindet sich im "Lehmann - Stift". Dieses Gebäude wurde 1879 für bedürftige Dorfbewohner erbaut. Es wurde bis 1995 zu Wohnzwecken genutzt.
Die Alte Mühle dient als Wohnhaus und Försterei und hat ihren Standort in Chransdorf.
Hinter der Försterei befindet sich ein Wasserwerk.
Das Tiergartenhaus ist jetzt das Wohnhaus der Familie Müller in Chransdorf.
Kirchen
Die örtliche evangelische Kirche wurde 1285 errichtet und bildete die Mutterkirche für 11 umliegende Dörfer.
1575 fertigte Samuel Heber aus Finsterwalde einen neuen Altar an, ein steinerner, holzeingefasster Tisch mit einer mehrteiligen mit 6 Säulen befestigten Bildertafel.
1785 erhält der Kirchturm eine Uhr.
1862 kann eine neue Kirchenorgel eingeweiht werden, die alte wurde 1861 entfernt und verkauft.
1910 werden zwei neue Glocken installiert.
Ein Brand vernichtet 1914 die mittelalterliche Kirche. Nur das Taufbecken aus dem 18. Jh. bleibt von den Flammen verschont.
1918 – 1921 wird die Kirche im Stile des späten Jugendstil neu errichtet. Als besonders schön gilt die Kassettendecke, das Taufbecken aus dem 18. Jh. und der Glockenstuhl mit seinen drei in Lauchhammer gefertigten Glocken.
1928 erhält die Kirche ein elektrisches Glockenwerk
1985/86 wird das Gotteshaus umfassend renoviert.
Mühlen
Die Gattigmühle
Die Mühle wurde 1720 erstmals erwähnt. Im 17.-19.Jh. diente sie als Mal- und Ölschlagmühle. Aufgrund ihrer exponierten Lage ist sie bis in die Gegenwart ein beliebter Fixpunkt für kartografische Aufnahmen. Von der Anmut des Gebietes kann sich der heutige Betrachter kaum noch ein Bild machen, da durch den östlich gelegenen Tagebau das Erscheinungsbild völlig verändert wurde.
Parks
Landschaftspark
Etwa um 1881 erfolgt die Erweiterung und Neugestaltung des barocken Gartens, die die Einrichtung eines " Freilufttheaters" mit Figuren des Gottes Pan und der Nymphe Sphinx. Beinhaltete. Es entstand eine Anlage eines ausgeklügelten Kanalsystems, durch das die Gondelfahrer, nach passieren von Brücken und Teichen, über holländische Schleusensysteme man in den Salzteich gelangen konnte.
Es entsteht der " Französischen Garten" mit wasserspeienden Figuren, Prunkvasen aus Sandstein, Schalenbrunnen aus vier steinernen Muscheln, Skulpturen wie Venus und Merkur vor dem Schlossportal, den bärtigen Neptun, zwei Standbilder " Hygeia" und " Bacchus" vor dem Bassin, und einer räsentativen Gestaltung der langgestreckten axialen Zufahrt zu Schloß. Alle Wege werden als Alleen ausgeführt, auch die innerhalb des Ortes Altdöbern. Ziel ist die Gestaltung eines heiteren und weltoffenen Herrensitzes mit gesittetem Umfeld. Bäuerliche, gärtnerische und handwerkliche Existenzen dienen nicht nur als wirtschaftliche Basis, sondern als Rahmen ästhetischen Genusses inmitten künstlerisch gestalteter und mit Kunstwerken durchsetzter Natur.
Plätze
Der Marktplatz
Der Marktplatz erhielt 1748 bis 1755 durch den Bau von Gasthof, Kaufladen und Brauhaus seine jetzige Gestalt. Charakteristisch sind die Mitte des 18. Jh. gepflanzten holländischen Linden - fast 100 davon stehen noch. Auf dem Marktplatz stehen die Kirche und die Postmeilensäule. An der Nordseite beginnt der Landschaftspark mit seinem Schloss. Der Schlossbezirk wird mit einer Feldsteinmauer abgegrenzt.