Geschichte
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Interessantes zu Freienhufen
Geschichte
Besitzverhältnisse:
König Rudolf II. verkauft das Kloster Dobrilug unter der Bezeichnung einer Herrschaft an Anselm von Promnitz für 230.000 Taler. Unter diesen Kaufvertrag fällt auch die Gemeinde Dobristroh. Promnitz schloss im selben Jahr wegen der weiten Abgelegenheit vom Kloster Dobrilug einen Freikaufungsvertrag, durch den er eine Kapitalzahlung erhielt.Der Vertrag war für die Einwohner des Dorfes von großer Bedeutung: befreite die Gemeinde von Frondiensten und drückenden Abgaben, sicherte den Bauern die Freiheit von der Gutsherrschaft (Bei der Leistung von Frondiensten wurde keinerlei Rücksicht auf die eigene Feldbestellung der Bauern genommen.) Die völlige Befreiung von den Abgaben brachte jedoch erst ein zweiter Kaufvertrag aus dem Jahre 1620. Das Verhandlungsprotokoll wurde im Gerichtsarchiv Altdöbern aufbewahrt. Die Gemeinde Dobristroh musste gemeinsam mit Barzig 6000 meißner Gulden zahlen, um die Ablösung der bis dahin noch vorbehaltenen Abgaben an die Herrschaft vollziehen zu können. Bis zu diesem Zeitpunkt musste noch die Korn-, Hafer-, Silber-, Hühner- und Eierzinsen abgeführt werden.Der Freikauf gestattete das Grundstück zu ewigen Zeiten frei zu besitzen und frei darüber zu verfügen. Der bisherige Herr übernahm den Schutz der Freigekauften, bekam dafür aber ein Schutzgeld von 36 Taler und 30 Scheffel Hafer. Die Freiheit , die dieser Vertrag den Gemeinden brachte, blieb auch in der nachfolgenden Zeit hart umkämpft, da er immer wieder neu bestätigt werden musste - ein Anlass, um die Rechte der Bauern zu beschneiden und abzuleugnen oder um neue Gebühren zu erheben. Erst
1815 - als die Niederlausitz zu Preußen kam, bestätigte das königlich - preußische Justizamt die ewige Gültigkeit des Vertrages ohne jedwede erneute Zahlung. Trotzdem blieb die Geschichte des Dorfes gezeichnet von Armmut und Mühe:
das Dorf verarmte in den Jahren 1712, 1730, 1760 und 1766/67 in Folge von Hornviehseuche ( wahrsch. Maul- und Klauenseuche). Allein vom 6. Nov. bis 7.Januar 1767 starben 224 Stück Hornvieh (Einzelheiten siehe Anhang)
Um 1750 befreiten Heuschreckenschwärme die Niederlausitz. Da sie in Altdöbern wüteten, schließt der Chronist, müsse auch Dobristroh seinen Teil abbekommen haben. Damalige Anordnungen lauteten : "Die Heuschreckenschwärme sollen nicht vertrieben, sondern vernichtet werden." oder " es ist verboten, die Heuschrecken mit Sträuchern zum Nachbarn zu jagen."
Um 1763 werden aus der Gegend um Lieberose 10-11 Wölfe gemeldet. An der gemeinschaftlichen Jagd beteiligten sich auch die Leute aus Dobristroh. 2 Stiftsjäger erhalten für 2 getötete Wölfe 20 Reichstaler zur Aufmunterung der anderen.
zahlreiche Epidemien :
In den Jahren 1599, 1632, 1630, 1633, 1748 waren Opfer von Pestepidemien zu beklagen.
Feuersbrünste :
6.6.1676 - "erlitten 13 Bauern, 3 Gärtner und 2 Häusler in Dobristroh einen Feuerschaden (angegeben durch den Ritter Julius Philipp, Landeshauptmannschaft Lübben)
8.7.1839 - "Das große Feuer", "Alle Wohnhäuser sind eingeäschert, auch Stallgebäude und Mobilien, ein großer Teil auch Scheunen und sämtliches Vieh verloren, auch Schule, Stallung und Nebengebäude"
Bericht des Rentamtes Senftenberg:
Die Brandkasse beträgt 325,-, das ist kaum der 3. Teil derKosten. (siehe Seite 7)
Lt. Kabinettorder vom 21.4.1841 wird der Gemeinde Dobristroh zum Bau des Schulhauses ein Gnadengeschenk von 300 Reichstalern von seiner Majestät dem König bewilligt.
1807-1810 Nummerierung der Häuser in der Niederlausitz: die Landesregierung Lübben verlangt tabellarische Verzeichnisse der Ortschaften als Grundlage der Katastrierung einer neu errichteten Brandversicherungsanstalt.
1806-1808 Plünderung durch napoleonische Kriegshandlungen:
Am 15.-20. Mai 1813 zogen 4 Korps, ca. 100.000 Mann, französische Truppen durch das Amt Senftenberg und erpressten Verpflegung, Futter und Kleidung. Die Not der Bevölkerung war danach so groß, dass die Bauern, um ihr Vieh vor dem Verhungern zu bewahren, das Stroh von den Dächern ihrer Häuser und Scheunen verfütterten.
1815 am 18. Mai ging die Niederlausitz an Preußen über und gehörte zur Provinz Brandenburg
1816 kam zum Amt Senftenberg
1842 Betreibung von zwei Windmühlen, 1864 noch eine Windmühle
1888 450 Einwohner
1896 und 1900 Entstehung der Brikettfabrik "Renate" und "Eva"
1903 selbständige Pfarrei mit Barzig
1933 2093 Einwohner
Erst 1937 wurde der Ortsname Freienhufen eingeführt. Die damaligen politischen Herrscher wollten den Ort Dobristroh in einen Muster Ort zur Durchsetzung ihres "Erbhofgesetzes" machen und nannten ihn von nun an "Freienhufen", was soviel bedeutet wie "Ort von freien Bauern"(= Hufen), die keine Abgaben zahlen mussten.
1958 Bau einer neuen Brikettfabrik